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Dieser Eintrag stammt von Ingrid von Koslowski Am 3.3.2011 @ 11:32 In Verbrauchertipps, Cloud Computing, E-Mail | Keine Kommentare
Verschwundene Mails zeigen Grenze von Cloud Computing - 02.03.2011 © AFP
Am Abend hatten einige von ihnen noch ihre E-Mails kontrolliert, beim Einloggen am nächsten Morgen war das Postfach leer. Zehntausende Nutzer des Dienstes Googlemail haben durch eine Panne einen guten Teil ihres digitalen Lebens vorübergehend verloren. Die meisten Googlemail-Nutzer waren sich wahrscheinlich gar nicht bewusst, was sie mit dem E-Mail-Dienst von Google nutzen: Cloud Computing.
Das Rechnen in der Wolke soll die Technologie der Zukunft werden - doch das aktuelle Problem bei Google zeigt, dass vorher noch einige Fragen zu Datensicherheit und auch zu Datenschutz geklärt werden müssen.
Cloud Computing gibt es seit längerem in Ansätzen, nun soll ihm der Durchbruch gelingen. Anwendungen und Daten werden dabei nicht mehr auf dem einzelnen Computer gespeichert, sondern in riesigen Rechenzentren irgendwo auf der Welt. Sie gelangen per Internet auf den Rechner zu Hause, bei der Arbeit, im Internetcafé oder auf das Smartphone. Das können Internetseiten wie Googlemail, Hotmail oder GMX sein, auf der Nutzer ihre E-Mails kontrollieren. Aber auch das Speichern von Dokumenten, von Fotos oder Videos ist möglich. Und sogar Office-Software gibt es schon online.
Was dem Nutzer die manchmal nervenaufreibende Installation und die lästigen Aktualisierungen erspart, gibt aber Anlass zu anderen Fragen: Wem vertraue ich meine Daten an? Sind sie wirklich sicher vor einem Verlust, und wer kann sie eigentlich alles lesen?
Gerade kostenlose Dienste stehlen sich da gerne aus der Verantwortung: “Wenn Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen kostenloser Dienste wie Googlemail aufmerksam lesen, entdecken Sie, dass der Anbieter keine Verantwortung für Ihre Daten übernimmt”, sagt Natalya Kaspersky, Chefin des Sicherheitsspezialisten Kaspersky Lab. Der Rat der Expertin ist deshalb klar: “Wenn Sie Ihre Daten wirklich sicher haben wollen, müssen Sie dafür zahlen.”
Genauso wichtig ist, sagt Mario Hoffmann vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informations-Technologie in Garching, der Schutz der Daten vor dem Zugriff durch Unberechtigte. Das können zum Beispiel Cyberkriminelle sein - aber auch die Anbieter von Cloud Computing selbst. Deshalb würde er sensible Daten, sagt Hoffmann, “im Zweifel gar nicht in die Cloud auslagern”.
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Anbieter von Cloud-Diensten bislang aus den USA kommen. Sie sind entsprechend nur an die dort geltenden Datenschutz-Regeln gebunden - und die sind deutlich lascher als hierzulande.
Genauso aber könnten sich die strengen deutschen Regeln zu einem Vorteil entwickeln. “Datenschutz Made in Germany, das könnte eine Marke sein”, sagt Hoffmann. Auch Carlo Velten, Partner bei der IT-Beratungsfirma Experton Group, hat beobachtet, dass manche Unternehmen sich weigern, ihre Daten auf Rechenzentren in den USA auszulagern - wegen der dortigen Anti-Terror-Gesetze. Deshalb bauten auch internationale IT-Riesen wie IBM oder Microsoft Rechenzentren in Europa. “Langfristig werden die Länder mit den strengsten Datenschutz-Vorschriften die Gewinner sein”, sagt Velten.
Der Datenverlust bei Google könnte nach Ansicht des IT-Experten nun dem Ruf der Wolke schaden. “Es ist das erste Mal, dass es in dieser Größenordnung passiert”, sagt er. Das sei “schon ein Rückschlag” für das Cloud Computing. Dennoch ist sich Velten sicher: “Der generelle Trend ist nicht mehr zu stoppen.”
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